Rede zum Haushalt 2026 30. Januar 202630. Januar 2026 Sehr geehrte Damen und Herren, das Jahresergebnis für 2026 wird auf ein Defizit von ca. 9,6 Mio. Euro prognostiziert. Wie schon in den letzten Jahren, ist dieses Defizit hinsichtlich der Aufwendungeninsbesondere mit den steigenden Personal- und Transferaufwendungen zu erklären. So steigen die Personalausgaben um 1,7 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr, darinenthalten sind unter anderem Tariferhöhungen, Ausbildungen und Einstellungen. Ohne Ausbildungen und ohne Einstellungen kommt es zu Stillstand. Der frische Wind fehlt.Die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst liegen währenddessen im Durchschnitt. Sie sinddamit angemessen und sozial gerecht. Schließlich bleiben auch die Beschäftigten der Stadtvon der Inflation nicht verschont. Wer also möchte, dass die Stadt auch künftig zuverlässig verwaltet wird, der bildet aus undstellt ein. Wer möchte, dass die Stadt sozial gerecht verwaltet wird, der passt die Tarife an.Und wer an dieser Stelle sparen möchte, der tut dies unter anderem auf Kosten vonErzieher*innen, Feuerwehrleuten und auf Lasten von Stellen im IT-Bereich, die ausaktuellem Anlass des Cyber-Angriffs gut zu gebrauchen wären. Wir möchten hier nicht sparen. Bei den Transferaufwendungen steigt insbesondere die Kreisumlage um 3,4 Mio. Euro, dennauch auf den Kreis-Haushalt haben die Preissteigerungen ihre Wirkung.Diesbezüglich haben wir in den letzten Jahren kritisiert, dass die Mehrkosten des Kreisesnicht allein auf die Städte und Gemeinden übertragen werden können. Heute erkennen wirdie Bereitschaft des Kreises, die Erhöhung der Kreisumlage zumindest zu begrenzen, indemca. 11 Mio. Euro aus der Rücklage des Kreises für den Haushaltsausgleich genutzt werden. Diesen Schritt begrüßen wir. Doch in diesem Jahr sind leider nicht nur mit Blick auf die Aufwendungen, sondern auch mitBlick auf die Erträge Positionen zu erwähnen, die für uns zunächst wenig erfreulich sind:So erhalten wir 6,8 Mio. Euro weniger Erträge aus Schlüsselzuweisungen. Unsere Reaktiondarauf, auf die gestiegenen Aufwendungen und die aktuelle Lage insgesamt war die imDezember 2025 beschlossene Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuerhebesätze. DieseEntscheidung hat niemand von uns gerne getroffen. Doch trotz Erhöhung der Hebesätze landen wir in diesem Jahr bei einem Plandefizit von 9,6Mio. Euro, welches ohne Erhöhung kalkulatorisch bei 11,3 Mio. Euro gelegen hätte. In dermittelfristigen Planung bis 2029 hätten wir schließlich eine Differenz von ca. 14,3 Mio. Euroerreicht, die wir ohne Erhöhung der Hebesätze weniger im städtischen Haushalt zurVerfügung hätten. Mit der zugegeben unbeliebten, aber leider notwendigen Entscheidung, die Hebesätze zuerhöhen, können wir auch weiterhin die selbstbestimmte Finanzierung der Stadtgewährleisten und das Haushaltssicherungskonzept vermeiden und das trotz erhöhterAufwendungen und geringerer Schlüsselzuweisungen. Denn so ehrlich müssen wir an dieser Stelle sein: Wir erhalten weniger Schlüsselzuweisungen, weil sich unsere Steuerkraft im Vergleich zuanderen Städten und Gemeinden – verbunden mit einem bisher stabilen und in NRWunterdurchschnittlichen Hebesatz – als überaus stark und resilient erweist. Das zeigt: Die Haushaltsplanung 2026 hält auch Positives für uns bereit. Wie erwähnt, zeigt sich weiterhin eine hohe Resilienz der Heinsberger Wirtschaft. Der Generationengerechtigkeit wird Rechnung getragen, indem die Sonderrücklageim Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges direkt verrechnet wird,anstatt sie über Jahre abzuschreiben. Auch auf weitere Bilanzierungshilfen werden und können wir verzichten. Hinzu kommt, dass die Jahresergebnisse bislang aufgrund der haushälterischenVorsicht meist positiver ausgefallen sind als das Planergebnis. Beispielsweisepolstert der Jahresüberschuss von 2024 mit ca. 4 Mio. Euro unsereAusgleichsrücklage auf und auch das Jahresergebnis von 2025 wird voraussichtlichweniger schlecht ausfallen, als erwartet. Es besteht jetzt und mittelfristig keine Pflicht zum Haushaltssicherungskonzept. Folglich investiert Heinsberg weiter und das zukunftsgerichtet, etwa in (energetische)Sanierungen von Schulen und Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden.Ich fasse zusammen: Über ein Plandefizit von 9,6 Mio. Euro können wir uns selbstverständlich nicht freuen, aberunter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen steht die Stadt Heinsberg iminterkommunalen Vergleich gut da. Deshalb blicken wir trotz der Risiken vorsichtig optimistisch in das Jahr 2026 und stimmendem Haushalt zu. Herr Schmitz, Herr Beiten und Ihr gesamtes Team haben Sie vielen Dank für die bedachteAufstellung des Haushaltes. Liebe Verwaltung, Danke für Ihre großartige Arbeit und Ihr stets offenes Ohr. Liebe Ratsmitglieder, Danke für das gute Miteinander, das Aufeinanderzugehen undweiterhin auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit! Danke an alle Anwesenden für Ihre Zeit und Aufmerksamkeit!