Positionspapier zu Schulbezirken im Grundschulbereich

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Heinsberg

 

Wir, die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, meinen, dass die Festlegung von Schulbezirken und Schuleinzugsbereichen im Grundschulbereich für die Schulträger ein wichtiges Instrument kommunaler Selbstverwaltung ist. Der Wegfall der Möglichkeit, Schulbezirke und Schuleinzugsbereiche einzurichten, wird dem Schulträger eine gesicherte Schulentwicklungsplanung erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen. Die Auslastung der einzelnen Grundschulen wird auf Grund des zu erwartenden Schulwahlverhaltens der Eltern für den Schulträger kaum mehr planbar sein.

Ohne Schulbezirke ist nicht mehr absehbar, an welchen Schulen in welchem Schuljahr wie viele Kinder angemeldet werden. Damit wird es schwierig längerfristig den Bedarf an Räumlichkeiten zu ermitteln und eine gleichmäßige Auslastung der vorhandenen Schulen zu erzielen.

 

Grundsätzlich vertreten wir als GRÜNE die These „Kurze Beine – kurze Wege“ und sind daher eher „für“ Schulbezirke eingestellt. Auch kommen Schulbezirke – mit Schulen für das Wohnumfeld – unserer Ansicht nach der neuen Idee der Inklusion entgegen.

Allerdings muss ein „Pro“ für Schulbezirke auch Ausnahmen berücksichtigen. Es kann trifftige Gründe geben, ein Kind auch an einer anderen Grundschule anmelden zu können, als im vorgegebenen Einzugsbereich. Entsprechend müssen Ausnahmen möglich sein. Diesen Aspekt berücksichtigt der Antrag der SPD nicht.

 

Daher sehen wir uns derzeit nicht in der Lage, unter den uns bekannten Gegebenheiten eine Entscheidung „pro“ Schulbezirke mitzutragen.

 

Je nach Entwicklung und Bedarf wäre anhand der Zahlen im Schulentwicklungsplan zunächst einmal zu prüfen, ob die Einzugsbereiche anders zuzuschneiden oder sogar Grundschulen zusammenzulegen sind, um eine gleichmäßigere Verteilung der Schüler zu erreichen.

Damit wäre auch die Bildung gleich großer Eingangsklassen und eine bessere pädagogische Arbeit möglich. Auch wäre die vorgegebene Klassenrichtzahl von 23 Kindern je Eingangsklasse eher zu realisieren. Zur Zeit ist die Anzahl der Kinder der Eingangsklassen in den Grundschulen im Stadtbereich sehr unterschiedlich, von 20 bis 29 Kindern.

 

Darüberhinaus schlagen wir vor, in Bezug auf die Haushaltssituation eine Erhebung durchzuführen, ob möglicherweise in den nächsten Jahren in den Grundschulen höhere Investitionen anfallen könnten, z.B. für Renovierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen. Diese Erhebung könnte ebenfalls Entscheidungskriterien für den Zuschnitt von Einzugsbereichen oder die Zusammenlegung von Grundschulen liefern.

Eine weitblickende Schulplanung kann somit auch ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung sein.

 

Aus den vorstehend genannten Gründen werden wir weder dem Antrag der FDP auf „Abschaffung der Schulbezirke“ noch dem Antrag der SPD auf uneingeschränkter „Einführung von Schulbezirken“ zustimmen können.

 

 

 

 

   

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