Steigende Strompreise: Die Bundesregierung erhöht kräftig mit

 

Zu den angekündigten Preiserhöhungen vieler Stromversorger erklärt Willi Mispelbaum Vorsitzender des Ortsverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Heinsberg:

Die Bundesregierung ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass viele Stromversorger die Preise zum nächsten Jahr erhöhen. Immer mehr müssen private Haushalte für Unternehmen mit bezahlen, die sich von den Netzentgelten und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien haben befreien lassen.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Verbraucher für McDonald’s, den Versicherungskonzern Allianz oder den Discounter ALDI die Kosten übernehmen. Und das sind keine Einzelfälle. Union und FDP in Berlin haben die Kriterien so abgesenkt, dass die Anzahl der befreiten Unternehmen von 800 auf knapp 3000 im nächsten Jahr steigen wird. Dies summiert sich auf 8 Milliarden Euro und bläht die Stromkosten der privaten Haushalte auf. Tendenz: auch in den nächsten Jahren sind starke Sprünge zu erwarten. Fast 2000 weitere Firmen haben bereits bei den Netzentgelten Anträge auf Befreiung gestellt.

Die Preiserhöhungen haben also nur wenig mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien zu tun. Folgende Zahlen machen das deutlich: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien lässt die EEG-Umlage um 0,6 Cent ansteigen. Der restliche eine Cent der Erhöhung ist der Ausweitung der Befreiungen für die Industrie und andere falschen Anreize geschuldet.

Die Befreiung der Unternehmen bei den Netzentgelten muss schleunigst wieder rückgängig gemacht werden. Die ersten Golfplätze und die Deutsche Börse in Frankfurt haben auch schon Befreiungsanträge gestellt. Das kann nicht sein! Bei der Förderung der Erneuerbaren Energien über die EEG Umlage sollten nur noch die Firmen befreit werden, die wirklich im internationalen Wettbewerb stehen, damit keine Arbeitsplätze gefährdet werden.

Auch in einem anderen Punkt lässt die Bundesregierung die Verbraucher zahlen: Der Netzbetreiber tennet schafft es trotz Zusage nicht rechtzeitig etliche Windparks in der Nordsee ans Stromnetz anzuschließen. Den entstandenen Milliardenschaden sollen die Verbraucher schultern. Geplant ist, dass größere Unternehmen hier wieder von der Zahlung befreit werden.

Auswahl von Unternehmen die aktuell von den Netzentgelten weitgehend/gänzlich befreit sind:

Friedrichstadtpalast, AXA, Allianz, ALDI, 1&1, Urenco, BayerSchering Pharma, diverse Wiesenhof Mastställe, Netto Marken-Discounter, diverse Erdöl-Raffinerien, Accor Hotels, Autohaus Ford Kögler…. In der Beantragung: diverse Golfplätze, Deutsche Börse Frankfurt, IKEA, H&M, Sparda Bank Nürnberg, Diözese Würzburg , J. Oppmann AG – Sektkellerei. Insgesamt haben für die Jahre 2011 und 2012 rund 3500 Firmen Anträge auf Befreiung gestellt.

Auswahl von Unternehmen die aktuell von der EEG Umlage weitgehend befreit sind und die nur bedingt im internationalen Wettbewerb stehen:

McDonald’s (EnergyFoodTown Duisburg Rheinhausen), Bitburger, 30 Bergbaubetriebe im Bereich Braun- und Steinkohle, 8 x Exxon Mobil mit Erdölförderung, 4 Erdöl-Raffinerien, 9 Großschlachtereien (u.a. Wiesenhof), 20 Molkereien, 14 Futtermittelhersteller, rund 50 Zementfirmen, diverse Flughäfen – bspw. Stuttgart und Berlin. Für nächstes Jahr gibt es mehr als 2000 Anträge.

Bestandteile der Strompreiserhöhung:

0,2 Cent/kwh (§19 Umlage): zahlt jeder private Haushalt für die Befreiung von Firmen bei den Netzentgelten mit

0,25 Cent/kwh (Offshore-Haftung): weil der Netzbetreiber tennet Windparks in der Nordsee nicht rechtzeitig ans Stromnetz anschließt, sind Haftungszahlungen in Milliardenhöhe fällig

1,7 Cent/kwh (EEG Umlage): die Umlage steigt von 3,6 auf 5,3 Cent/kwh.

ca. 0,5 Cent/kwh (Netzentgelte): rund 300 Netzbetreiber erhöhen die Preise um durchschnittlich 0,5 Cent/kwh

 

Verbraucher haben die Macht – Keine (Oster-) Eier aus der “Hühnerhölle“

Wir BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Ortsverband Heinsberg möchten rechtzeitig vor
Ostern an alle Verbraucher den Appell richten, keine Eier aus der
“Hühnerhölle“ zu kaufen. Achten Sie beim Einkauf auf die erste Ziffer
des Eierstempels, welche Auskunft zur Haltungsform gibt. Dabei bedeutet:

0: Ökologische Haltung und Biofutter - Genuss pur
1: Freilandhaltung - viel Auslauf, aber konventionelles Futter
2: Bodenhaltung - kein Käfig, aber dennoch wenig Platz
3: Käfighaltung (auch „Kleingruppenhaltung“) - grausame Tierquälerei und
Salmonellenrisiko

Dank dieser EU-weiten Kennzeichnungspflicht kann sich der Verbraucher
für ein artgerecht produziertes Ei entscheiden - am besten aus
ökologischer Erzeugung mit der "0" darauf! Wir sagen deshalb klar: “Kein
Ei mit der 3“. Betreiben Sie aktiven Tierschutz mit dem Einkaufskorb und
entscheiden Sie auf diese Weise - und nicht nur zu Ostern - ob noch mehr
Lebensmittelketten Eier aus Käfighaltung aus ihren Regalen verbannen
müssen. Damit wird auch über die Frage entschieden, ob Hühner in Käfigen
oder artgerecht auf der Wiese gehalten werden.
Besonders kritisch sehen wir GRÜNEN auch, dass in vielen verarbeiteten
Produkten wie Nudeln, Backwaren oder Eierspeisen Käfigeier ohne
Kennzeichnung eingesetzt werden - und dort können die Verbraucherinnen
und Verbraucher nicht wählen. Darum fordern wir die Ausweitung der
Eierkennzeichnung auch auf verarbeitete Produkte.
Das Bundesverfassungsgericht hat die Kleingruppenhaltung von Legehennen
Ende 2010 für verfassungswidrig erklärt. Die Bundesregierung hat jetzt
bis März 2012 Zeit, die Legehennenhaltung neu zu regeln. Momentan sieht
es aber eher nach einer lobbygesteuerten Übergangslösung für die
“Hühnerbarone“ aus, nach der Käfighaltung noch bis mindestens 2023 (ggf.
sogar bis 2035) erlaubt sein soll.
Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass jegliche Käfighaltung ein für
allemal und möglichst schnell verboten wird. Nicht nur im Interesse des
Tierschutzes, sondern auch im Interesse qualitativ besserer und
unbedenklicher Lebensmittel.

Verfasser: Willi Mispelbaum

Gisela Johlke übergibt Vorstandsvorsitz an Willi Mispelbaum.
Bei der Schulentwicklung in Heinsberg favorisieren die Grünen ihr Modell der Gemeinschaftsschule.

Heinsberg. Der Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen hat am vergangenen Mittwoch die politischen Weichen für die nächsten zwei Jahre gestellt. Nach 15 Jahren Vorstands- und Fraktionsarbeit übergab Gisela Johlke den Vorsitz an Willi Mispelbaum, der einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt wurde. Schon in den 90er Jahren kam sie zu den Grünen, wobei ihr großes Interesse stets der fehlenden Gleichberechtigung der Frauen galt. Das Ziel „Die Hälfte der Macht den Frauen“ lohnt sich, so Johlke. Sie will weiterhin mitwirken Grüne Inhalte nach außen und vorne zu bringen. Sie wünscht sich ein konstruktives Miteinander der Fraktion, des Ortverbands und der Stadt Heinsberg. Ihr besonderer Dank galt den Mitbegründerinnen des 1998 gegründeten Ortsverbands und langjährigen Fraktionskolleginnen Regina Schaaf und Gabriele Schößler. Weiter gehören dem neuen Vorstand Regina Schaaf als Kassiererin, Volker Jacobs als Schriftführer sowie Gabriele Schößler und Helmut Ummelmann als Beisitzer an. Nach den Wahlen bedankte sich Willi Mispelbaum für das Vertrauen der Mitglieder und versprach sich für Grüne Politik in der Zukunft stark zu machen. Besondere Schwerpunkte setzt er auf Tierschutz, Atomausstieg, Internetpräsenz und Mitgliederwerbung.

Regina Schaaf stellte das Ergebnis des für die Stadt Heinsberg erstellten Gutachtens des IFS Instituts für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund durch Heinz Günter Holtappels und Dr. Ernst Rösner vor. Dieses Gutachten lehnt sich im Wesentlichen an den Schulentwicklungsplan des Kreises an, mit der Aussage „Im Westen fehlen Abiturplätze“.

Sie stellte die zwei empfohlenen Schulformen, Gesamtschule und Gemeinschaftsschule, in einem direkten Vergleich vor. Als Schulstandorte kämen sowohl Heinsberg als auch Oberbruch in Frage. Hier bietet sich das Schulzentrum Oberbruch aufgrund der vorhandenen Gebäudestruktur an. Dies entspricht der Aussage „Die Dächer der Schulen sind bereits gebaut“. Um mit dem Schuljahr 2012/2013 beginnen zu können, müssen die nächsten Planungsschritte zeitnah erfolgen. Die Stadt Heinsberg muss jetzt zügig agieren und durch den Rat eine neue Schulform für dieses Schuljahr beschließen. Anschließend würden Eltern- und Lehrerbefragungen durchgeführt, um eine Basis für weitere Planungen zu schaffen.

Dr. Ruth Seidel, Sprecherin der Grünen im Land Nordrhein-Westfalen im Ausschuss für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, begrüßte es, dass die beiden erstellten Gutachten in ihrer Aussage keine größeren Abweichungen aufwiesen und somit eine Ebene für fachliche Diskussionen geschaffen ist. Von insgesamt 30 geplanten Gemeinschaftsschulen im Modellversuch NRW sind bereits 15 Anmeldungen erfolgt. Ruth Seidel bot den Grünen in Heinsberg an, die fachliche Kompetenz des Ministeriums zu nutzen und bereits aktive Gemeinschaftsschulen zu besuchen. Der Ortsgruppenverband von Bündnis 90 / Die Grünen in Heinsberg plädiert für eine Gemeinschaftsschule, die für individuelle Förderung und ein besonderes pädagogisches Konzept steht – sie ist ein Grünes Markenzeichen.

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Gisela Johlke, Willi Mispelbaum

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Der neue Vorstand (v.l.n.r.): Willi Mispelbaum, Volker Jacobs, Gabi Schößler, Helmut Ummelmann, Regina Schaaf

Pressemitteilung zum Besuch der Biogasanlage in Heinsberg am 19.03.2012

Grüner Ortsverband Heinsberg besuchte die Biogasanlage in Heinsberg

Im Zuge der Diskussion um die Energiepolitik der Zukunft besuchte der
Ortsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Heinsberg die neu errichtete
Biogasanlage der Firma Biogas Heinsberg GmbH&  Co KG in
Heinsberg-Schafhausen, die seit Herbst 2011 den Betrieb aufgenommen hat.
Der Geschäftsführer Rainer Florack und Dipl.-Ing. Frank Ewers begrüssten
die Grünen LokalpolitikerInnen auf dem Betriebsgelände und stellte das
Gemeinschaftsprojekt der Florack Energie GmbH und einem Konsortium von
23 Landwirten der näheren Umgebung als Kommanditisten kurz vor. Dabei
wurde den Teilnehmern auch erklärt, dass die beteiligten Landwirte die
Versorgung der Anlage durch langfristige Lieferverträge für Mais und
Rüben, als nachwachsende Rohstoffe, sowie Gülle und Mist sicherstellen.
Die Anlage ist ausgelegt für die Verarbeitung von jährlich ca. 11000
Tonnen nachwachsender Rohstoffe und ca. 10000 Tonnen Rindergülle und
Rinderfestmist.
In der Anlage selbst wird daraus regenerative Energie gewonnen, mit der
die Kreisverwaltung mit Kreispolizeibehörde, das Altenzentrum der AWO
und der Futtermittelhersteller Sera versorgt werden.
Der gewonnene Strom der Biogasanlage Heinsberg entspricht dem
Jahresverbrauch von ca. 1000 Haushalten und die zusätzlich gewonnene
Wärme entspricht dem Jahresverbrauch von ca. 300 Einfamilienhäusern.
Allein durch die Versorgung der Kreisverwaltung und des Seniorenzentrums
werden jährlich ca. 1000 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen, als es bei der
Produktion der gleichen Menge Energie mit Hilfe fossiler Rohstoffe wie
Kohle, Erdgas oder Erdöl anfallen würde.

Den kompletten Produktionsprozess des Biogases erläuterte der Landwirt
Hans-Josef Derichs den Besuchern, der zusammen mit Hubert Dautzenberg
die Anlage vor Ort betreut. Wie Hans-Josef Derichs erklärte werden die
Rohstoffe in sogenannten Fermentern von Bakterien in Methangas
umgewandelt, welches über eine Gasleitung zu den Blockheizkraftwerken
vor Ort transportiert wird. Durch Verbrennung des Gases wird Strom und
Wärme erzeugt, die dann von den Abnehmern genutzt werden.

Die Grünen zeigten sich sehr beeindruckt von der klimaschützenden und
umweltfreundlichen Energieerzeugung und auch darüber, dass der
verbleibende Rest der eingebrachten landwirtschaftlichen Rohstoffe nach
dem Gärungsprozess wieder als Dünger zurück aufs Feld ausgebracht werden
kann. Erstaunt waren die Besucher auch darüber, dass kein unangenehmer
Geruch auszumachen war und es deshalb nicht zu Geruchsbelästigungen im
Umfeld der Anlage kommen kann.
Ein wenig mit Sorge erfüllte die grünen Kommunalpolitiker, dass es für
die Landwirte lukrativer sein könnte, mehr Mais für die Biogasproduktion
anzubauen und damit die Anbaufläche für Lebensmittelprodukte immer mehr
zu verringern. Diese Befürchtung wurde jedoch durch die Aussage von
Hans-Josef Derichs minimiert, dass nur ein begrenzter gesetzlich
festgelegter Teil  des angebauten Mais für die Biogasproduktion
verwendet werden darf.

Verfasser: Willi Mispelbaum

Grüner Ortsverband Heinsberg informierte sich am 07.02.2011 im Architekturbüro
RONGEN ARCHITEKTEN über Passivhäuser

Passivhäuser bald Standard?

Zur Vorbereitung auf den Tag der erneuerbaren Energien am 30. April haben sich die Mitglieder des Heinsberger Ortsverbands der Grünen am vergangenen Montag (07.02.2011) bei dem Wassenberger Architekten Ludwig Rongen zum Thema Passivhäuser informiert. Ludwig Rongen wurde 1992 zum Professor im Fachbereich Architektur an der FH Aachen berufen, hat u.a. den dortigen Masterstudiengang „Passivhaus +“ aufgebaut und leitet zusammen mit zwei Partnern in Wassenberg ein Architekturbüro mit derzeitig 18 Mitarbeitern.

Einführend hat Prof. Rongen die Themen der Energiepreisentwicklung und Auswirkungen des Klimawandels dargestellt. Mit Bezug auf die zu erwartende Entwicklung des Rohölpreises gemäß verschiedener Wissenschaftler von ca. 200 – 300 US Dollar je Barrel in den nächsten Jahren, stellt für ihn der Passivhausbau einen elementaren Baustein zum Erreichen der nationalen und europäischen Energieeinsparziele dar. Im europäischen Kontext wird derzeitig die Implementierung des Passivhausstandards zum Jahr 2015 diskutiert, auf jeden Fall aber wird dieser Standard früher oder später im Laufe dieses Jahrzehnts verpflichtend umgesetzt werden. Für den bis zuletzt in Deutschland gültigen Standard des Niedrigenergiehauses (max. 70 kW/Energie pro qm und Jahr an Heizenergie) bedeutet dieser Übergang eine Verminderung um knapp 80% auf 15 kW Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr. Nach der Übersicht der Reduktionsziele hat Prof. Rongen Beispiele aus fertiggestellten Bau- und Planungsmaßnahmen vorgestellt. In seinen knapp 30 Jahren Berufserfahrung hat er an diversen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen, wobei diese national und international ausgeführt wurden. Durch seine Gastprofessuren in China (seit 2004 an der Sichuan Universität und seit 2005 an der Southwest Jiaotong Universität (beide in Chengdu) sowie weitere internationale Aktivitäten konnte er auch vom internationalen Stand der Implementierung des Passivhausstandards berichten. Regionale Projekte in jüngster Vergangenheit waren der Neubau des weltweit ersten Großmodulbaus als Passivhaus (ein Altenheim in Mönchengladbach), der aktuell laufende Neubau zweier psychiatrischer Tageskliniken in Köln, die Sanierung des Gymnasiums in Baesweiler auf Passivhausstandard, das der Stadt Baesweiler jüngst als Siegerprojekt im deutschlandweiten Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“ nochmal ein Preisgeld von 40.000 € eingebracht hat, nachdem es vorher schon als „das beste Projekt des Landes NRW“ im Rahmen eines Förderprogramms mit einem Zuschuss von 4,03 Mio € belohnt worden war, die Planung der Sanierung des städtischen Hallenbades Baesweiler in ein CO2-neutrales Schwimmbades (das erste seiner Art) oder die aktuelle Planung der energetischen Sanierung und Umgestaltung der evangelischen Christuskirche in Heinsberg. Fotos dieser Objekte sowie Aufnahmen weiterer Passivhäuser, auch Einfamilienhäuser, konnten auch architektonisch durchaus überzeugen.( siehe Foto aus Wassenberg kleinstes freistehendes Passivhaus weltweit)

Das Büro RONGEN ARCHITEKTEN entwickelt gerade auch im Auftrag der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) und des französischen Weltkonzerns St. Gobain mit Hauptsitz in Paris Passivhäuser für verschiedene Klimazonen in Dubai, Las Vegas, Jekaterinburg, Shanghai und Tokio.

Prof. Rongen sprach einige grundsätzliche Aspekte zum Passivhaus an. Wesentliche Kriterien eines erfolgreichen Passivhausbaus (Neu- oder Umbau) sind für ihn die Auswahl der richtigen Baumaterialien sowie eine sorgfältige und korrekte Arbeitsweise. Als Rat für Bauherren mit Bestandsimmobilien konnte er mitgeben, sukzessive (im Rahmen der natürlichen Instandsetzungszyklen) bei erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen Komponenten mit Passivhausstandard einzusetzen („schrittweise Sanierung mit Passivhauskomponenten). Eine sofortige Komplettsanierung auf Passivhausstandard von Bestandsbauten jüngerer Baujahre sah er nicht immer als sinnvoll an, da mit der Vernichtung noch intakter Bauteile unnötigerweise auch Primärenergie vernichtet wird. Bei mehreren akut erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen an einer Bestandsimmobilie sollten bei knappen Mitteln zuerst diejenigen Maßnahmen durchgeführt werden, die am wichtigsten sind (so z.B. erst die Dachsanierung vor einer Fassadendämmung). Prof. Rongen erläuterte, dass mit dem Erreichen des Passivhausstandards im Bereich der Heizwärme ein Niveau erreicht ist, das nahe dem Optimum liegt. Hierbei ist der Einbau konventioneller Heizungsanlagen nicht mehr erforderlich, da durch die Wärmerückgewinnung des Lüftungssystems nahezu 90% der Energie im Haus verbleiben. Die gängigen Haushaltsgeräte sowie die Abstrahlung von Körperwärme reichen somit aus, um die erforderliche Energie für die Erwärmung des Hauses selbst im Winter bereitzustellen.

Aus Sicht der Grünen stellte sich die Frage nach dem Umgang mit älteren und energetisch ungünstigen Bestandsimmobilien. Herr Rongen hat diesbezüglich auch die Option der Innendämmung aufgezeigt. Derzeitig liegen die Kosten für den Neubau eines Hauses mit Passivhausstandard bei einem Einfamilienhaus bei ca. 5 – 7% über den Kosten eines Hauses gemäß aktueller Richtlinien der EnEV 2009 (Energieeinsparverordnung 2009).

Nach mehr als 2 Stunden Vortrag und intensiver Diskussion haben die Grünen des Ortsverbands Heinsberg Herrn Prof. Rongen herzlich für die Informationen gedankt.

   

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