B’90 / DIE GRÜNEN, Fraktion, Rudolf-Diesel-Str. 40, 52525 Heinsberg

 

Stadt Heinsberg 

Bürgermeister 

Apfelstr. 60

52525 Heinsberg

 



Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Heinsberg als Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Heinsberg GmbH zur Bädersituation

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dieder,

in Anlehnung an den offenen Brief der SPD-Fraktion vom 05.08.2015 möchten auch wir Ihnen unsere Sicht zur Bädersituation und des in diesem Zusammenhang einberufenen Arbeitskreises schildern. 

Unabhängig von dem vorliegenden Gutachten zur Bädersituation in unserer Stadt ist unsere Fraktion der Ansicht, dass eine Kreisstadt in der Größe Heinsbergs auf jeden Fall, neben einem Hallenbad, auch ein Freibad betreiben sollte. Dieser Ansicht sind wir auch vor dem Hintergrund, dass Bäder im Regelfall nicht die Kosten erwirtschaften, die sie verursachen und deshalb bezuschusst werden müssen. 

Auch wenn ein Freibad, wie im Gutachten deklariert wenig genutzt wird, so stellt es dennoch einen wichtigen Faktor zur Attraktivität unserer Stadt dar und bietet darüber hinaus unseren  Bürgerinnen und Bürgern ein besseres Freizeitangebot. Auch und gerade für unsere Jugend bildet ein Freibad einen wichtigen Baustein für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Dies umso mehr, wo es in unserer Stadt immer weniger Freizeitmöglichkeiten für unsere Jugend gibt (z.B.: Schliessung der kirchlichen Jugendheime, etc.). Ein See wie der Lago Laprello kann keine Alternative zum Freibad sein, sondern höchstens ein zusätzliches Angebot darstellen. 

Aus diesen Gründen sind auch wir der Ansicht, dass alle Anstrengungen unternommen werden sollten, mindestens ein Freibad langfristig zu sichern oder nach anderen “echten“ Alternativen zu suchen. 

Die Einrichtung eines Arbeitskreises erfolgte nach unserem Verständnis mit dem Ziel, bis Sommer 2015 ein Konzept für die Bäderlandschaft in Heinsberg zu erstellen. Dabei sollte der Arbeitskreis unvoreingenommen und ohne Beschränkungen alternative Lösungen (z.B.: Kombibad, Spaßbad, Bürgerbad, o.Ä.) mit einbeziehen.  
 
Wir stellen fest, dass der Arbeitskreis lediglich ein einziges Mal am 16. Juni 2015 für ca. ein bis zwei Stunden getagt hat. Es kann unterstellt werden, dass diese kurze Tagungszeit mit Sicherheit nicht ausreichen kann, um das Thema hinreichend und in einer Detailtiefe zu erörtern, wie es nach vernünftigen Maßstäben geboten wäre und der Wichtigkeit des Themas geschuldet ist. Nach unserer Einschätzung hat sich der Arbeitskreis nicht mit  Alternativen befasst und sich scheinbar vorschnell auf eine Schliessung beider Freibäder festgelegt.
Nach den uns vorliegenden Informationen wurde jedoch keine Abstimmung hierüber durchgeführt. Aus diesem Grund verwundert es uns sehr, warum in den Mitteilungen des Bürgermeisters in der Ratssitzung am 24.06.2015 von einer einstimmigen Empfehlung des Arbeitskreises gesprochen wurde.
 

Nach unserer Auffassung ist der Arbeitskreis noch nicht mal im Ansatz der Aufgabe gerecht geworden, für die er seinerzeit gebildet wurde. Entsprechend sehen wir die Notwendigkeit, den Arbeitskreis erneut einzuberufen (wenn nötig auch mehrfach) und unvoreingenommen und ohne Beschränkungen auch Überlegungen zu möglichen Alternativen anzustellen und zu erarbeiten. Gegebenenfalls sollten auch Vertreter der Interessengemeinschaften zum Erhalt der Freibäder als “beratende“ Stimmen mit eingeladen werden oder zumindest zu Wort kommen dürfen. 

Wir sind der Auffassung, dass alle Anstrengungen unternommen werden sollten, langfristig wenigstens ein Freibad zu sichern. Ein Beschluß für eine Schliessung der Freibäder sollte nur dann gefasst werden, wenn alle anderen Möglichkeiten durchdacht und bewertet wurden und es nach objektiven Maßstäben keine wirkliche Alternative gibt.   

Wir sehen es, ähnlich wie die SPD-Fraktion, dass derzeit keinen Handlungsdruck besteht und deshalb die Ergebnisse der weiteren Beratungen des Arbeitskreises abgewartet werden sollten. 

Aus diesem Grund unterstützen wir den von der SPD-Fraktion angekündigten Antrag in der nächsten Gesellschafterversammlung, keine Entscheidung über die Schließungen der Freibäder zu fällen und erwarten eine Reaktivierung des Arbeitskreises. 

 

Freundliche Grüße

Willi Mispelbaum (Fraktionssprecher)

 

 

   

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